Initiative NAT, Claudia Höhne

Technikkompass

Studium

In Hamburg können Sie zwischen einer Vielzahl technischer Studiengänge wählen, von der Elektrotechnik und Biotechnologie über die Geomatik und Mechatronik bis hin zu Allgemeinen Ingenieurwissenschaften und Wirtschaftsingenieurwesen.

TUHH

Studiendekanate für

Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Elektrotechnik,

Informatik und Mathematik, Bauwesen, Gewerblich-technische Wissenschaften,

Management-Wissenschaften und Technologie;

Bachelor-Studiengänge

Master-Studiengänge

HAW Hamburg

Fakultäten

für Technik und Informatik,

Life Sciences,

Design, Medien und Information;

Bachelor-Studiengänge

Master-Studiengänge

HCU

Fachbereich Geomatik

Fachbereich Bauingenieurwesen;

Bachelor-Studiengänge

Master-Studiengänge

HSU

Fakultät für Elektrotechnik

Fakultät für Maschinenbau;

Bachelor- und Masterstudiengänge

Ingenieure: Motor des Aufschwungs

Mathematik, Physik, Chemie, Informatik – das sind typische Schulfächer. Und wie wird daraus so etwas wie Ingenieurwissenschaft? Auf jeden Fall mit einer soliden mathematischen Vorbildung, guten naturwissenschaftlichen Grundkenntnissen und einem sicheren Umgang mit Computern und IT. So wie die Vernetzung und Digitalisierung die Gesellschaft verändert, so beeinflusst das Internet der Dinge und Dienste auch immer stärker die Produkte und Lösungen von morgen. Und damit verändert sich auch die Berufsgruppe, die technische Projekte plant und entwickelt, testet und analysiert, implementiert und verbessert: die Ingenieurinnen und Ingenieure. Für sie ist „Industrie 4.0“ mehr als nur ein Schlagwort.

Schon richtig, den typischen Ingenieur oder die typische Ingenieurin gibt es nicht. Zu unterschiedlich sind die Disziplinen, ob Maschinenbau oder Verfahrenstechnik, Bauwesen oder Elektrotechnik. Und doch gibt es Gemeinsamkeiten, wie

  • Teamarbeit: Der Ingenieur von morgen ist nicht nur Meister seines Fachs, sondern auch Profi der Zusammenarbeit.

  • Projektmanagement: Viele Projekte scheitern, weil sich Mitarbeiter unterschiedlicher Disziplinen nicht aufeinander einlassen. Daher hilft es schon, im Studium interdisziplinär zu arbeiten, Selbstlernprozesse in Gang zu setzen und sich konsequent selbst zu führen.

  • Methodik: Was ist mein Ziel? Und wie komme ich da praktikabel hin? Die Ingenieurwissenschaften sind angewandte Wissenschaften. Forschung hat hier vor allem den Zweck, den praktischen Nutzen einer Technik, Anwendung oder eines Gerätes voranzutreiben.  

Es gibt nach wie vor zu wenige Ingenieure, klagt die Industrie – aber warum eigentlich? Deutschland lebt von der Ingenieurkunst und die Berufsaussichten sind gut. Aber viele Schulabgänger haben keine oder zu diffuse Vorstellungen, was ein Ingenieur eigentlich macht. Die Lösung: Mit Praktikern ins Gespräch kommen und möglichst viele Einblicke in die Arbeitswelt schon vor und im Studium sammeln.


Ein technisches Studium – was bedeutet das?

Ein technisches Studium gleicht einem Y: In der Regel dienen die ersten drei bis vier Semester den Grundlagen, besonders in Mathematik, Mechanik und Physik, dann kommen die für den gewählten Studiengang spezifischen Fächer oder auch Vertiefungsrichtungen. Von Beginn an benötigen die Studierenden eine hohe Motivation und Ausdauer, um das beachtliche Arbeitspensum strukturiert abzuarbeiten. Wer hier stärker angeleitet werden möchte und vor allem einen konkreten Praxisbezug sucht, wählt die Fachhochschule. Wer selbstbestimmter lernen sowie einen methodisch-theoretischen Zugang zu den Studieninhalten erarbeiten will, wählt eine Technische Universität. Um die Grundlagen kommt aber niemand herum:

  • Mathematik: „Ein technisches Studium beinhaltet viel Mathe, mehr als in der Schule bei weniger Wiederholungen. Üben muss man schon selbst“, so Hannes, AIWler (Allgemeine Ingenieurwissenschaften) im vierten Semester. Damit die Schwelle zwischen Abitur und Hochschule passierbar bleibt, sollten Mathematik-Vorkurse, Tutorien und studentische Arbeitsgruppen besucht werden. Bei den Fachschaften gibt es oft Altklausuren – das gibt mehr Routine und Sicherheit bei den Prüfungen!

  • Physik für Ingenieure: Egal, ob Felder (Gravitation, Elektrizität und Magnetismus), Schwingungen und Wellen, Struktur und Eigenschaften der Materie – es ist ein weites Feld, mit dem sich angehende Ingenieure in der Physik auseinandersetzen werden.

  • Technische Mechanik: Mechanik ist die Lehre von den Kräften, die auf Körper in Raum und Zeit wirken, und ist damit ein Teilgebiet der Physik. In den Ingenieurwissenschaften ist sie aber so wichtig, dass je nach Fachrichtung eigene Teilbereiche vermittelt werden: Etwa Statik für Bauingenieure, Kinetik für Maschinenbauer, Fluidmechanik („Strömungslehre“) für Verfahrenstechniker. Weitere Spezialisierungen wie Strukturmechanik, Festkörpermechanik und angewandte Mechanik kommen im Laufe des Studiums hinzu

Schon der Bachelor (nach 6-7 Semestern) attestiert eine erste allgemeine Arbeitsmarktreife. Wer sich aber weiter spezialisieren will, zum Beispiel in der Forschung und Entwicklung Karriere machen möchte, benötigt den Masterabschluss (nach weiteren 3-4 Semestern). Dieser belegt, dass man einen längeren Zeitraum, in der Regel fünf bis sechs Jahre, Fachkenntnisse und -wissen ansammeln konnte.


Hier ist Technik im Spiel

Ist die Informatik eine Ingenieurwissenschaft? Darüber streiten sich die Geister. Zumindest Kombinationen wie Software-System-Entwicklung (B.Sc., UHH), Technische Informatik (BA, HAW) oder Informatik-Ingenieurwesen (M.Sc., HSU und TUHH) klingen danach. Umgekehrt steht sowieso fest: Kein Ingenieur kommt ganz an der Informatik vorbei.

Wer sich für Technik interessiert, sich aber nicht ganz auf eine Richtung festlegen will oder andere Disziplinen mit ins Boot holen will, sollte sich folgende Studiengänge näher anschauen:

  • Technik interdisziplinär: Der Studiengang Allgemeine Ingenieurwissenschaften (AIW, TUHH)  oder sein englischsprachiger Zwilling „General Engineering Science“ (B.Sc, TUHH) bietet einen Überblick über die Ingenieurwissenschaften, bevor die Studierenden im dritten Semester eine von neun Studienrichtungen als Vertiefung wählen.

  • Technomathematik: Das Studium findet an den Standorten TUHH und Universität Hamburg (UHH) statt und bildet Fachwissenschaftler aus, die an der Schnittstelle von Mathematik und Ingenieurwesen arbeiten, insbesondere im Bereich der mathematischen Simulation.

  • Wirtschaftsingenieurwesen: Auch die Kombination aus BWL und Technik gibt es hochschulübergreifend (UHH und HAW). Die TUHH ermöglicht anschließend den nach internationalen Vorbildern gestalteten Master of Science „Internationales Wirtschaftsingenieurwesen“ (IWI).